Ich liebe das Prinzip des Zettelkastens. Ich nutze ihn zum Schreiben, zum Denken, für meine Zettelgedanken – und jetzt möchte ich das Konzept auch auf meine Küche übertragen. Noch ist nichts fertig. Ich baue den Rezepte-Zettelkasten gerade erst auf. Aber ich dachte mir: Warum nicht gleich teilen, wie ich dabei vorgehe? Vielleicht entwickelt sich das Ganze ja mit der Zeit zu etwas Schönem – oder zu einem völlig anderen System. Mal sehen. --- ### 💭 Ausgangspunkt Ich wollte eine Möglichkeit, meine Rezepte **nicht digital, sondern greifbar** zu sammeln. Eine Box, die wächst, sich verändern darf und die ich jederzeit durchblättern kann – wie ein Notizbuch, nur flexibler. Und weil ich ohnehin versuche, **HCLF (High Carb, Low Fat)** zu kochen, wollte ich meine Rezepte gleich so anlegen, dass sie fettarm sind oder sich leicht anpassen lassen. Mit etwas Hilfe von ChatGPT habe ich dafür eine Struktur entworfen – eine Art Skelett, das ich jetzt nach und nach mit Rezepten fülle. --- ### 🥗 Die Idee: Zettelkasten trifft Küche Ein Zettelkasten ist kein starres Archiv, sondern ein lebendes System. Jede Karte steht für eine Idee – oder in diesem Fall: **für ein Gericht**. Ich kann Rezepte vernetzen, Varianten ergänzen, Notizen hinzufügen. Wenn mir auffällt, dass ein Curry ohne Öl genauso gut funktioniert, schreibe ich das dazu. Wenn ich eine neue Kombination entdecke, bekommt sie ihre eigene Karte. So wird das Ganze eher ein _Kochdenk-System_ als nur eine Rezeptesammlung. --- ### 🗂️ Der Aufbau (entsteht gerade) Ich habe mich für **A6-Karteikarten** entschieden – groß genug zum Schreiben, klein genug, um viele nebeneinander zu haben. Die Struktur, die ich gerade teste, sieht so aus: - **100 – Basics:** Teige, Brühen, Grundsoßen, Marinaden - **200 – Soßen & Dips:** alles von Hummus bis fettarme Dressings - **300 – Hauptgerichte:** Pasta, Reisgerichte, Currys, Aufläufe - **400 – Suppen & Eintöpfe** - **500 – Salate & Beilagen** - **600 – Kuchen & Süßes:** fettarme Backideen, Desserts mit Apfelmus etc. - **700 – Party & große Gruppen** - **800 – Getränke & Smoothies** - **900 – Saisonales & Meal-Prep** - **1300 – Meta-Karten:** HCLF-Prinzipien, Öl-Ersatz, Geschmack ohne Fett Jede Karte bekommt ein paar Grundfelder: Titel/Title Zutaten/Ingredients Zubereitung/Instructions Notizen Quelle/Source Verweise/References (andere Karten in meinem Zettelkasten) Das System ist bewusst zweisprachig – weil viele meiner Rezepte aus englischen Quellen stammen und ich sie so direkt übernehmen kann. Ich überlege noch, ob ich farblich markiere, wo das Rezept vom Original abweicht, weil ich es zum Beispiel fettärmer gestaltet habe oder Zutaten wie Gurke oder Pilze weggelassen habe. --- ### 🌿 HCLF-Meta-Karten Ich könnte auch anfangen, kleine Theorie-Karten zu schreiben – mehr so als Erinnerung an meine eigene Küchenphilosophie: - **Warum kein Öl?** → Kaloriendichte, Geschmack, Gesundheit - **Womit anbraten?** → Wasser, Brühe, Sojasoße - **Wie ersetzen?** → Nussmus, Avocado, Dattelpaste, Apfelmus - **Wie bleibt’s lecker?** → Rösten, Säure, frische Kräuter, Gewürze Diese Karten erinnern mich daran, _warum_ ich so koche – nicht nur _wie_. --- ### 📦 Warum analog? Ich könnte alles digital sammeln. Aber das Haptische eines analogen Zettelkastens hilft mir beim Denken. Ich muss so viel wie möglich weg vom Bildschirm und die Küche ist dafür natürlich ein guter Ort. Das Schreiben auf Papier zwingt mich außerdem, _bewusster zu denken._ Beim handschriftlichen Notieren überlege ich automatisch: > Würde ich das wirklich nochmal kochen? > Was war daran besonders gut? > Wie kann ich es besser machen? Der Zettelkasten wird so zu einer Art **Kochjournal** – ein Ort, an dem nicht nur Rezepte stehen, sondern auch meine Erfahrungen damit. Da fällt mir ein, ich könnte schon kleine Anekdoten zu den Rezepten schreiben à la Joanne Lee Molinaro's "The Korean Vegan" cookbook. --- ### ✨ Was als Nächstes kommt In den nächsten Wochen will ich den Kasten Schritt für Schritt füllen. Vielleicht bleibt es einfach ein kleines analoges Experiment. Mal sehen, ob mir im Alltag überhaupt die Zeit dafür bleibt, Rezepte aufzuschreiben. Vielleicht braucht es auch hier eine Übergangsbox, wie in meinem richtigen Zettelkasten, wo ich erstmal nur schnell notiere, was ich gekocht hab und dass es in der Rezeptbox ergänzt werden sollte, weil es so gut geschmeckt hat. Aber ich mag die Idee, dass dieser Kasten irgendwann meine Küche so abbildet, wie sie wirklich ist: unperfekt, neugierig, sich ständig verändernd. Und das Wichtigste: Vielleicht kann ich mich dann auch mal an ein Rezept erinnern, was die Kinder gern nochmal gekocht haben wollen 😅 251012 *Mit Hilfe von ChatGPT erstellt*